Vor der Offenbarung dieser Worte endete in Makka eine jahrelange Hungersnot, die die Banū Quraiš gedemütigt hatte. Sie hatte den Götzendienst gehemmt und die Menschen veranlasst, in ihrer Hilflosigkeit Allāh (t) um Hilfe anzurufen, so dass sogar Abū Sufyān sich gezwungen sah, den Propheten zu bitten, zu Allāh (t) um Beendigung dieses Unheils zu beten. Als jedoch die Hungersnot vorüber war, wurde auch das feindselige Verhalten gegenüber den Muslimen fortgesetzt (vgl. unten
Yūnus 10:21 ⧉ und die Anmerkung dazu). Gleichzeitig wird hiermit auch die Frage beantwortet, mit der die Ungläubigen immer wieder den Propheten konfrontierten, wenn er sie vor den Folgen ihres Verhaltens warnte: "Du drohst uns immer mit Allāhs Zorn; warum verzögert sich dieser dann?" Die heidnischen Araber forderten immer wieder den Propheten heraus, ihnen die Strafe schnell herbeizuführen. Dieser Vers und andere beschreiben den Grad ihrer Widersetzlichkeit gegenüber Allāhs Rechtleitung. In ihrer Blindheit fordern sie sogar den Propheten spöttisch auf, die sofortige Strafe über sie hereinbrechen zu lassen (vgl.
Al-Anfāl 8:32 ⧉), wobei sie Allāh (t) herausfordern, an Den sie gar nicht glauben. Wenn Allāh (t) sie beim Wort nehmen würde, dann hätten sie keine Chance mehr. Ihr Schicksal wäre besiegelt. Aber sie nutzen selbst den Aufschub nicht, der ihnen gewährt wird (vgl. ferner
Al-Baqara 2:15 ⧉). Allāh (t) hat Sich selbst Barmherzigkeit vorgeschrieben (vgl.
Al-Anʿām 6:12 ⧉f.) und straft folglich nicht, ohne die Umstände der Übeltäter in Betracht zu ziehen und ihnen Zeit zur Umkehr zu geben. (ÜB)