Durch ihre Erzählung kann sich Yūsuf vor Mitleid nicht mehr länger zurückhalten. Als sie einen solchen Grad von Demut, Bedrängnis und Niedergeschlagenheit an den Tag legten, war Yūsuf innerlich so gerührt, dass er nicht mehr die Rolle des mächtigen Herrn spielen und ihnen seine wahre Identität weiter verheimlichen konnte. Die Zeit der größten Uberraschung war nun gekommen. Sie gestehen nicht nur ihre Schuld, sondern geben auch zu, dass Allāh (t) ihn mit einer besseren körperlichen Konstitution, besserem Charakter, mehr Wohlstand und Macht, besserem Gebaren und schließlich mit dem Prophetentum ihnen gegenüber den Vorzug ab. Wie es eines gütigen, edlen Mannes gebührt, begegnet Yūsuf ihrem Schuldgeständnis mit Vergeben und Verzeihen. Yūsuf freut sich, dass schließlich alle die Bedeutung der Ereignisse eingesehen haben. In diesem großen Augenblick der Versöhnung will er jedoch nicht, dass sie sich lange mit Selbstvorwürfen herumplagen müssen. Ein lieber alter Vater verzehrt sich selbst in Kanaan vor Sehnsucht nach Yūsuf. Er muss sofort benachrichtigt und getröstet werden. Deswegen fordert Yūsuf seine Brüder auf, so schnell wie möglich nach Hause zu reisen und als Erkennungszeichen sein Hemd mitzunehmen, als Beweismittel für alle die wunderbaren Ereignisse (vgl. unten
Yūsuf 12:93 ⧉). Die Lobpreisung Allāhs mit den Worten "der Barmherzigste aller Barmherzigen" wurde ebenfalls von Jakob (a.s.) in
Yūsuf 12:64 ⧉ ausgesprochen. Auf ähnliche Weise vergab auch unser Prophet Muḥammad (a.s.s.) seinen Feinden, als er siegreich wieder in Makka einzog. (ÜB) (vgl. den Titel: Muḥammad, Prophet der Barmherzigkeit, IB; ferner
Yūsuf 12:8 ⧉,
Yūsuf 12:77 ⧉,
Yūsuf 12:80 ⧉).