Sure Al-Baqara (Die Kuh — البقرة) (Ayah 31)

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2 Al-Baqara(البقرة), Ayah 31

وَعَلَّمَ آدَمَ الْأَسْمَاءَ كُلَّهَا ثُمَّ عَرَضَهُمْ عَلَى الْمَلَائِكَةِ فَقَالَ أَنْبِئُونِي بِأَسْمَاءِ هَٰؤُلَاءِ إِنْ كُنْتُمْ صَادِقِينَ 31 ٣١

Und ER lehrte Adam alle Namen, dann führte ER sie (die Dinge) den Engeln vor und sagte: "Teilt Mir deren Namen mit, solltet ihr wahrhaftig sein." (31)

Tafsir
Als Allāh (t) den ersten Menschen erschuf, erschuf Er ihn nicht mit dem für sein irdisches Dasein notwendigen Wissen, um zu leben und zu überleben. Adam (a.s.) glich nach seinem Schöpfungsakt einem Schüler, der noch viel lernen muss, um existenzfähig zu sein. Allāh, Kenner des Verborgenen wusste, wie schwer die Lage Adams war. Aus Barmherzigkeit wollte Er Sein hilfloses Geschöpf nicht im Stich lassen. Er gab Adam das erste Wissen, indem Er ihm die Namen aller Dinge und die Begriffe aller Art lehrte. Und im Qur’ān (Ar-Raḥmān 55:1 ff.) weist Allāh (t) auf die Tatsache hin: ”Der Allerbarmer hat den Qur’ān gelehrt. Er hat den Menschen erschaffen. Er hat ihm das deutliche Reden beigebracht.“ Schon nach dem ersten Fehler, den Adam in seinem Ungehorsam Allāh (t) gegenüber begangen hatte (vgl. Qur’ān Al-Baqara 2:36 ), stand Adam reumütig und beschämt da, und hatte nicht die geringste Ahnung, wie man sich entschuldigen kann. Die richtigen Worte konnte er nicht sprechen, da er diese nicht gelernt hat. Allāh (t) sagt im Qur’ān über diese schwere Lage Adams: ”Daraufhin empfing Adam von seinem Herrn Worte, worauf Er ihm verzieh; wahrlich, Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige.“ (Al-Baqara 2:37 ) Darunter verstehen wir, dass Allāh (t) Adam diejenigen passenden Worte eines Bittgebets um Vergebung gab und ihm sagte: Sprich zu Mir dies und jenes; dann werde Ich dir verzeihen! Als Adam das machte, was er gelernt hat, wurde ihm seine Tat verziehen. Damit entstand die erste Schule in der Menschheitsgeschichte, ein göttliches Modell für einen barmherzigen Umgang mit unseren Kindern zu allen Zeiten. Hierzu hat der Mensch auch gelernt, wie er mit seinem Schöpfer redet und Bittgebete spricht. Nach dem ersten Mord in der Geschichte, stand der Mörder hilflos da und wusste nicht einmal, was er mit dem Leichnam seines Bruders macht. Hier griff Allāh ein und brachte dem Mörder bei, was er in diesem Fall noch nicht wusste. Darüber lesen wir im Qur’ān: ”Und verlies ihnen in Wahrheit die Geschichte von den zwei Söhnen Adams, als sie beide ein Opfer darbrachten, und es von dem einen angenommen und von dem anderen nicht angenommen wurde. Da sagte dieser: »Wahrhaftig, ich schlage dich tot.« Jener erwiderte: »Allāh nimmt nur von den Gottesfürchtigen (Opfer) an. Wenn du auch deine Hand nach mir ausstreckst, um mich zu erschlagen, so werde ich doch nicht meine Hand nach dir ausstrecken, um dich zu erschlagen. Ich fürchte Allāh, den Herrn der Welten. Ich will, dass du die Last meiner Sünde und deiner Sünde trägst und so unter den Bewohnern des Feuers bist, und dies ist der Lohn der Frevler.« Doch er erlag dem Trieb, seinen Bruder zu töten; also erschlug er ihn und wurde einer von den Verlierern. Da sandte Allāh einen Raben, der auf dem Boden scharrte, um ihm zu zeigen, wie er den Leichnam seines Bruders verbergen könne. Er sagte: »Wehe mir! Bin ich nicht einmal imstande, wie dieser Rabe zu sein und den Leichnam meines Bruders zu verbergen?« Und da wurde er reumütig.“ (Al-Māʾida 5: 27 28 29 30 31) Diese Äußerung des Sohnes Adams zeigt, dass die Religionslehre von Sünde, Strafe und Rechenschaft über begangene Taten, den ersten Menschen bereits seit Beginn offenbart worden war. Aus den letzten zwei Zeilen dieses Qur’ān-Verses erkennen wir, wieviel Wert das Lernen hat. Denn ohne Lernen werden wir Probleme haben. Ein weiteres Beispiel finden wir in der Geschichte des Propheten Noah, dem Erbauer des ersten Schiffes im Dasein der Menschheit. Noah, der nicht die geringste Kenntnis vom Schiffsbau hatte, musste auf Verheißung Allāhs und unter Seiner Anweisung ein Schiff bauen. Noah fing die Arbeit auf trocknem Ackerboden an, und seine Leute lachten ihn deshalb aus, weil er nicht mindestens ein Meeresufer für diesen Zweck suchte. Im Qur’ān lesen wir: ”Und es wurde Noah offenbart: »Keiner von deinem Volk wird (dir) glauben, außer jenen, die (dir) bereits geglaubt haben: sei darum nicht traurig über ihr Tun. Und baue das Schiff unter Unserer Aufsicht und nach Unserer Anweisung, und lege bei Mir keine Fürsprache für diejenigen ein, die gefrevelt haben; denn diese werden ertrinken.« Und er baute also das Schiff; sooft die Vornehmen seines Volkes an ihm vorübergingen, verspotteten sie ihn. Er sagte: »Verspottet ihr uns, so werden auch wir euch verspotten, gerade so, wie ihr spottet. Ihr werdet dann erfahren, wer es ist, über den eine Strafe kommen wird, die ihn mit Schande bedeckt, und wen eine immerwährende Strafe treffen wird.«“ (Hūd 11: 36 37 38 39) Durch diese Geschichte erfahren wir, dass damals zur Zeit Noahs die erste Schule für den Schiffsbau entstand. Die Lehre und die Anweisungen dafür kamen von unserem Erhabenen Schöpfer Selbst. (Über die Vermittlung des göttlichen Wissens vgl. weiter Yūsuf 12:22 ; Al-Kahf 18:65 ; Ṭā-Hā 20:114 ; Al-Anbiyāʾ 21:74 , Al-Anbiyāʾ 21:79 ; An-Naml 27:15 ; Al-Qaṣaṣ 28:14 .) Mit der Entsendung von Propheten wurde diese segensreiche göttliche Schule fortgesetzt. Die Propheten hatten gleichzeitig mit ihrer Einberufung, den Lehrauftrag für ihre Völker erhalten, den sie getreu und gewissenhaft ausführen mussten: sie lehrten, warnten, ermahnten und verkündeten die frohe Botschaft Allāhs. Der letzte aller Propheten war Muḥammad, Allāhs Segen und Friede auf ihm, und die letzte Offenbarung ist der Qur’ān. Die Schule ist also eine göttliche Institution, deren Existenz bis zum Weltende unentbehrlich bleibt. Die Worte aus Al-ʿAlaq 96:1 ff. werden uns stets daran erinnen. Es waren die ersten Wort in der Offenbarung des Qur’ān an den Propheten Muḥammad, Allāhs Segen und Friede auf ihm. Und wie die Schule unentbehrlich ist, so ist der Lehrer auch unentbehrlich, der uns das Wissen vermittelt. Dieser Lehrer kann die Mutter sein, die dem Kind die "Muttersprache" und die ersten Gehversuche beibringt; Lehrer kann auch der Vater, der das Kind vor den Gefahren warnt, oder der Lehrer in der Schule sein, der das Lesen und Schreiben beibringt usw. Der Lehrer muss für seinen idealen Einsatz gebührend mit Anstand und Achtung behandelt werden. Bei den islamischen Völkern werden die Schüler stets an die Prinzipien der "Lehrer-Schüler-Beziehung" mit Weisheiten und Sprichwörtern erinnert, zum Beispiel diese: "Wer mir einen einzigen Buchstaben lehrt, dem bin ich ein dankbarer Diener". "Steh auf für den Lehrer und erweise ihm Respekt. Der Lehrer wäre beinah ein Prophet geworden!" Wenn muslimische Schüler in einem Lehrplan verschiedene Lehrstoffe erhalten, so muss dort die islamische Religionslehre Priorität haben. Der Grund dafür besteht darin, dass das Begreifen der göttlichen Lehre zum Begreifen des Lebenssinns führt. (Aus der Einleitung des Titels: "Islam für Schüler", Islamische Bibliothek)

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