Hier handelt es sich wieder um ein weiteres Wunder, eine Gnade und Barherzigkeit Allāhs für das Volk. Ein Schlag mit dem Stock genügt, um großzügig reichliches Wasser aus den Felsen hervorsprudeln zu lassen. Genau zwölf Quellen für genau zwölf Stämme der Kinder Israels, damit kein Streit und kein Unfriede wegen Wasserverteilung und Trinkpriorität entsteht; dies ist typisch für eine gnadenvolle göttliche Verfahrensweise (vgl.
Al-Isrāʾ 17: 90⧉ 91⧉ 92⧉ 93⧉ und die Anmerkung dazu).
Al-Baqara 2:61 ⧉ – Merke die Ausdrucksweise mit dem aroganten Satz "Bitte also deinen Herrn...", als ob sie Ihm in diesem Zusammenhang keine gebührende Anerkennung in aller Demut zeigen wollten. Nunmehr sind die Kinder Israels wieder ungeduldig: sie schwärmen voller Gelüste nach den Speisegewohnheiten in der Knechtschaft Ägyptens, aus dem Allāh (t) sie segensreich geführt hatte. Der Befehl lautete: "Geht doch zurück in eine Stadt", d.h. in irgendeine Stadt; denn das, was sie begehren gibt es überall für alle Menschen im irdischen Dasein. Dort in der Wüste waren sie das besonders auserwählte Volk des Allmächtigen, die "Gäste" Allāhs, Der für sie mit reiner Speise und schattenspendenden Wolken und herrlich sprudelndem Trank aus den Felsen gesorgt hat (vgl.
Al-Isrāʾ 17: 90⧉ 91⧉ 92⧉ 93⧉ und die Anmerkung dazu). So wurde ihre Demütigung zum Unheil für das ganze Volk: Es wurde nach Assyrien in die Sklaverei getrieben und obwohl es später von den Persern befreit wurde, verblieb es unter persischer Herrschaft, später unter der der Griechcn, Römer und Araber. Und schließlich wurden die Kinder Israels in alle Welt verstreut, weil sie den Glauben zurückgewiesen, die Gesandten Allāhs verfolgt und erschlagen und die Gesetze übertreten hatten. Dies sollte eine Warnung für alle Völker dieser Erde sein. Das schlimmste Verbrechen, das man sich vorstellen kann, ist die Ermordung der Propheten, die von Allāh (t) gesandt wurden, um die Menschen auf den rechten Weg zu führen. Da sie frei von Sünde waren und keinerlei Verbrechen begingen, ist jeder Versuch, ihnen Böses anzutun, eine große Ungerechtigkeit. (ÜB)