Es handelt sich hier um eine Verheißung, dass Muḥammad (a.s.s.) Makka erobern werde. Wenn diese Verheißung in der Form des Perfekts gegeben und damit der Inhalt der Verheißung als etwas Vollzogenes hingestellt ist, obwohl Makka bei der Herabsendung dieser Offenbarung noch nicht erobert war, dann deshalb, weil die Eroberung bereits Gewissheit war. Oder es handelt sich um eine Verheißung dessen, was Muḥammad (a.s.s.) in jenem Jahre, in dem diese Offenbarung herabkam, widerfuhr, wie der Sieg von Ḫaibar und Fadak. Oder es handelt sich um einen Bericht über den gerade vollzogenen Vergleich von Al-Ḥudaibiyya. In diesem Fall ist deshalb von einem Sieg und nicht nur von einem bloßen Vergleich die Rede, weil dieser Vergleich stattfand, als Muḥammad (a.s.s.) die Götzendiener schon so weit überwältigt hatte, dass sie um den Vergleich bitten mussten, und weil dadurch die Eroberung Makkas begründet wurde. Dadurch gewann der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Friede auf ihm, Zeit, sich mit den übrigen Arabern zu beschäftigen. Er konnte sie überfallen, Ortschaften erobern und zahlreiche Menschen zum Eintritt in den Islam veranlassen. In Al-Ḥudaibiyya erschien ihm ein gewichtiges Zeichen. Das Wasser dieses Ortes war nämlich ganz ausgetrocknet. Als er sich nun den Mund mit Wasser ausspülte und es an diesem Ort ausspie, strömte das Wasser in Al-Ḥudaibiyya so reichlich, dass all seine Begleiter davon trinken konnten. Oder es geht hier schließlich um den Sieg der Byzantiner; denn diese haben die Perser in jenem Jahre geschlagen, in dem diese Offenbarung herabkam. Man weiß ja aus der Sura "Die Byzantiner" (Nr. 30), dass dies ein Sieg des Gesandten Allāhs war, der den Erfolg der Byzantiner vorausgesagt und als freudiges Ereignis für die Gläubigen hingestellt hatte. "... auf dass Allāh dir ... vergebe": Dies ist ein Motiv für den Sieg, der Muḥammad (a.s.s.) als Vergebung und Lohn für seinen Eifer verliehen wurde; denn es war ja dadurch ein Anlaß für den Sieg gegeben, dass Muḥammad gegen die Ungläubigen gekämpft und sich bemüht hatte, die Religion zu erhöhen, die Götzendienerei zu beseitigen, die unvollkommenen Seelen zunächst zwangsweise zu vervollkommnen, damit sie stufenweise zu freiwilliger Vervollkommnung kamen, und die Schwachen aus den Händen der Tyrannen zu befreien. "... deine vergangene und künftige Schuld": alles Tadelnswerte, das von dir ausgegangen ist. "... und auf dass Er Seine Gnade an dir vollende", indem Er die Religion erhöht und dem Prophetentum nun auch die Herrschaft im Lande verleiht, und dich bei der Vermittlung der Sendung und bei der Einsetzung von Normen für die Leitung der Gemeinde einen geraden Weg führen. (Baid, Gät) (vgl. dazu
At-Tawba 9: 43⧉ 44⧉ 45⧉; ferner den Titel: "Muḥammad, Prophet der Barmherzigkeit", Islamische Bibliothek).