Die Lehre über die Gebetsrichtung (vgl.
Al-Baqara 2:43 ⧉ und die Anmerkung dazu) soll hier so verstanden werden, dass die Einnahme der Qibla keinesfalls den Menschen mit der echten Frömmigkeit prägt. Denn Frömmigkeit ist vielmehr die Einhaltung der Gebote Allāhs so, dass man an Allāh glaubt, den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten und vom Vermögen den Verwandten gibt, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für den Freikauf von Sklaven (die sog. Empfänger der Zakāh; vgl. den Titel: "Handbuch der Zakāh und der islamischen Wirtschaftslehre", Islamische Bibliothek). Ein wahrer Gläubiger, für den die Liebe zu Allāh (t) und seinen Mitmenschen Priorität hat, muss seinen Glauben durch wohltätige Handlungen untermauern. Sowohl im Gebet (vgl. den Titel: "Was ist Islam?", Islamische Bibliothek) als auch in der Hilfe für andere sollten wir uns nach Möglichkeit mit Gleichgesinnten zusammentun; denn gerade in der Gemeinschaft kann das Erreichbare vervielfacht werden. Die islamischen Tugenden der Standhaftigkeit und Geduld, die unentbehrlich sind für die menschliche Würde, sollen sich vor allem bei drei Gelegenheiten bewähren: bei körperlichen Schmerzen oder Leiden, bei jeder Art von Unglück, gleichviel ob es selbst verschuldet ist oder nicht, und in Zeiten öffentlicher Drangsal, sei es nun Krieg, Gewalttätigkeiten, Seuchen oder was auch immer. (ÜB) (vgl.
Al-Isrāʾ 17:26 ⧉ und die Anmerkung dazu).