Dieser letzte Vers in dieser herrlichen Sura wurde anläßlich der Himmelsreise des Propheten (a.s.s.), etwa ein Jahr vor seiner Auswanderung nach Al-Madīna offenbart. Zu dieser Zeit hatte der Kampf zwischen den Muslimen und den Ungläubigen seinen Höhepunkt erreicht. Hier wurden die Muslime gelehrt, dieses Gebet an Allāh zu richten. (vgl.
Al-Aʿrāf 7: 199⧉ 200⧉;
Al-Muʾminūn 23: 62⧉ 63⧉ 64⧉ 65⧉ 66⧉ und die Anmerkung dazu).Alles Lob gebührt Allāh, Dem Herrn der Welten.Ende der
Sure Al-Baqara⧉ (3) Sura Āl-‘Imrān (Das Haus ‘Imrān)(offenbart zu Al-Madīna) 200 ĀyātIn dieser Sura wird auf die beiden bedeutsamen Schlachten von Badr und Uḥud Bezug genommen, in denen die Muslime in Al-Madīna zum ersten Mal ihres Daseins sich behaupten mussten, um den Islam gegen die Angriffe der Makkaner zu verteidigen. Diese Bezugnahme zeigt, dass die Sura ungefähr im Jahre 4 der Hiǧra offenbart wurde. Wie schon in Sura Al-Baqara wird auch in dieser Sura ein Teil von der Glaubensgeschichte der Menschheit untersucht, besonders im Hinblick auf die "Leute der Schrift", u.a. Juden und Christen. Nachdem hier erklärt wird, wie diese ihre Religion verfälscht hatten, wird die Notwendigkeit für die Botschaft des Propheten Muḥammad, Allāhs Segen und Friede auf ihm, aufgezeigt. Grundsätzlichkeiten werden dargelegt, durch die diese neue Gemeinschaft ihren Zusammenhalt gewähren kann, und wie schon in der vorhergehenden Sura wird die Notwendigkeit unterstrichen, fest an den Glauben zu harren, den Islam zu verteidigen, und Allāh (t) um Seine Rechtleitung zu bitten. Diese Sura vermittelt den Muslimen die Überzeugung, dass sie trotz gegenwärtiger Schwierigkeiten geduldig sein sollen. Drei Punkte werden in dieser Sura besonders behandelt: 1. Die Christen werden aufgerufen, den Glauben der Hingabe an Allāh (t), den Islam anzunehmen, da sie selbst in der Lage sind, dessen Wahrheit zu bezeugen. Hier werden besonders die Christen angesprochen, während sich die vorherige Sura speziell an die Juden wandte. 2. Die aus den beiden Schlachten zu ziehenden Lehren werden den Muslimen verdeutlicht. Die Schlacht von Badr lehrt, dass Allāh (t) denen hilft, die Seiner Sache helfen. Geduld, Mut, Anstrengung und Ausdauer werden durch Allāh (t) belohnt. gleichgültig wie unzulänglich man auch ausgerüstet sein mag und wie mächtig der Angreifer auch sein mag, Allāh (t) verleiht den Sieg, vorausgesetzt, dass man wahrhaft gläubig bleibt. Aus der Schlacht von Uḥud ist folgende Lehre zu ziehen: Undiszipliniertheit, Unentschiedenheit und Selbstsucht, wie sie einige Muslime an den Tag legten, die sich auf die Kriegsbeute stürzten, während die Schlacht noch nicht entschieden war und der Prophet (a.s.s.) dies nicht erlaubt hatte, gehören nicht zu den Eigenschaften eines wahren Muslim und können ihn ins Verderben stürzen. Die großen Verluste, die die Muslime in dieser Schlacht erlitten, zeigen dies. Doch sollen die Gedanken an Schmerz und Tod nicht vom Bemühen im Wege Allāhs abhalten. 3. Die Verantwortung der Muslime, sowohl in ihren Angelegenheiten unter sich als auch mit Nicht-Muslimen, wird betont. Allāh (t) hat den Qur’ān offenbart und dadurch frühere Offenbarungen wie die Thora und das Evangelium bestätigt. Wir müssen die Wahrheit dieses gesamten Buches akzeptieren, nicht nur Teile davon, wie es die Juden und Christen getan haben. Sie hatten Teile der qur’ānischen Botschaft in ihren Offenbarungen empfangen, doch die vollständige und abschließende Botschaft für die ganze Menschheit wurde dem Propheten Muḥammad, Allāhs Segen und Friede auf ihm, gegeben. Wir Muslime müssen immerdar versuchen, die Offenbarung im Buch Allāhs zu verstehen und sollen nicht jene zu Freunden und Beschützern annehmen, die ablehnen, die Wahrheit anzuerkennen. Die Geschichte vom Hause ‘Imrān wird mit der wunderbaren Geburt Jesu verbunden und mit der Erzählung von seiner Prophetenschaft. Hinweise auf den ersten Teil dieser Geschichte finden sich in der Thora, während jene Teile, die sich auf Jesus beziehen, im Evangelium Erwähnung finden. Dies wird herausgestellt, um zu zeigen, dass Allāhs Botschaft ewig und die Offenbarung ein fortlaufender Prozess ist, durch welche die früheren Botschaften bestätigt werden, um schließlich in der Offenbarung des Qur’ān ihren Abschluss zu finden. Der Qur’ān ist die Botschaft Allāhs und alle Menschen werden in ihr aufgerufen, diese Vervollkommnung der göttlichen Gnadenfülle im Islam anzunehmen. Kontroversen sollen vermieden werden. Die Muslime werden aufgefordert, in Einheit und Wohlergehen zusammenzuleben; im Jenseits wird ihnen Sicherheit versprochen. Über die Beleidigungen und Drohungen der Feinde soll man hinwegsehen und zu Allāh (t) beten, Der Seinen Dienern Erfolg und Prosperität verleihen wird.Im Namen Allāhs,des Allerbarmers, des Barmherzigen!