Dieser Vers wurde zur Zeit der "Grabenschlacht" offenbart, die auch "Schlacht der Verbündeten" genannt wird und im Jahre 4-5 der Hiǧra stattfand. Daher können wir uns vorstellen, welchen Trost er den Muslimen gab, die in Al-Madīna von einer zehnfach stärkeren Streitmacht belagert wurden. Es bestand damals große Unsicherheit und Gefahr, und die Muslime mussten Tag und Nacht wachsam sein (vgl.
Al-Aḥzāb 33: 9⧉ 10⧉ 11⧉ 12⧉ 13⧉ 14⧉ 15⧉ 16⧉ 17⧉ 18⧉ 19⧉ 20⧉). Die hier gegebene frohe Botschaft an die Gläubigen findet ihre Erfüllung schon im Diesseits auf dieser Erde. Damit ist die Annahme, Belohnung und Bestrafung fänden nur im jenseitigen Leben statt, falsch (vgl. dazu
At-Tawba 9:14 ⧉). Der göttliche Lohn in diesem Vers besteht darin, dass Allāh (t) die Gläubigen zu Erben macht, den Boden der Religion unter ihnen festigt und ihnen die Oberhand über andere Völker gibt - wie dies historisch geschah mit den Kindern Israels, denen es vergönnt war, nach ihrer Auswanderung aus Ägypten in Kanaan ein blühendes und hochentwickeltes Staatswesen zu errichten (vgl.
Al-Anbiyāʾ 21:105 ⧉). Ähnlich geschah auch mit den ersten Muslimen; sie lebten in ständiger Angst. Später wurden sie Nachfolger auf Erden nach Allāhs Verheißung. Ihr islamisches Reich dehnte sich von Baghdad bis nach Spanien und Südeuropa. Der Untergang dieses Segens geschah durch die Hände der Muslime selbst, die die Gebote Allāhs vernachlässigten: sie wurden wohlhabende Frevler, tranken Alkohol, feierten Orgien nach römischem Stil, stellten den Ǧihād ein und kümmerten sich wenig um die Entrichtung der Zakāh und die Verrichtung des Gebets (vgl. unten
An-Nūr 24: 56⧉ 57⧉).