Diese Sura wurde "Sura Al-‘Ankabūt" (Die Spinne) genannt und wurde zu Makka offenbart. "Pfui Spinne", so etwas hört man häufig. Sogar beim Weberknecht fallen Menschen nahezu in Ohnmacht, kreischen, springen im Haus umher, rennen davon und versuchen verzweifelt, sich des Tieres durch Zeitungsschlage oder durch akrobatische, Staubsaugeraktionen zu entledigen. Dabei wissen die, die am lautesten schreien, oft gar nichts über das äußerst hübsche und interessante Tier. Eine Spinne besitzt acht Augen und acht Beine, selbst das ist nicht jedem bekannt. Sie kann darüber hinaus tasten, riechen, sehen und schmecken. Dabei spielen die feinen Härchen auf ihren äußerst gelenkigen Beinen die größte Rolle. Die Beine sind somit der Sitz der wichtigsten Sinnesorgane. Die Spinne besitzt lediglich zwei "Zähne", die sogenannten Cheliceren, die sie zum Fangen und Halten ihrer Beute einsetzt. Die Vielfalt der Spinnenarten ist beachtlich. Rund 60000 sind uns bekannt. Obwohl der Mensch alles erreicht hat, das Unmögliche möglich macht und es nahezu nichts Unerforschtes mehr gibt, ist da doch noch eine Kleinigkeit, die die Menschheit in Furcht und Schrecken versetzen kann: die Spinne! Wenn man bedenkt, dass dieses Wesen Kunstwerke aus Seidenfaden herstellt und äußerst perfekt ist in Können, Sinnesgebrauch, Beutefang und Tarnung, ist es doch sehr schade, dass man diesem Tier mehr Verachtung und Ekel als Achtung und Respekt entgegenbringt (...) (Sylvia Voss: Pfui Spinne - welch ein Vorurteil?, FAZ 124/97)