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Sure Al-Māʾida — Ayah 91 (Deutsch) — Video

Al-Māʾida • Ayah 91 von 120 • Deutsch


إِنَّمَا يُرِيدُ الشَّيْطَانُ أَنْ يُوقِعَ بَيْنَكُمُ الْعَدَاوَةَ وَالْبَغْضَاءَ فِي الْخَمْرِ وَالْمَيْسِرِ وَيَصُدَّكُمْ عَنْ ذِكْرِ اللَّهِ وَعَنِ الصَّلَاةِ ۖ فَهَلْ أَنْتُمْ مُنْتَهُونَ 91
Übersetzung:
Der Satan will doch zwischen euch Feindschaft und Hass durch Khamr und Glücksspiel säen und euch vom Gedenken an ALLAH und vom rituellen Gebet abhalten. Werdet ihr denn damit aufhören?! Al-Māʾida 5:91
Tafsir:
Tafsir-Auszug aus Al-Māʾida 5:90
Über das Alkoholverbot, wurde die Entscheidung Allāhs darüber im Qur’ān im 6. Jahrn.H. in Al-Madīna offenbart. "Berauschendes" ist ein allumfassender Begriff, der in diesem Vers Rauschmittel und alkoholische Getränke einschließt. Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile galten als Brauchtum aus der Zeit der Unwissenheit vor dem Islam (arab.: Ǧāhiliyya). Die Lospfeile wurden zum Wahrsagen benutzt. Die Verbreitung der Glücksspielsucht und ihre sozialen Folgen sind mit der Rauschgiftsucht zu vergleichen. Während aber der Drogensucht große Aufmerksamkeit in der offentlichkeit zuteil werde, werde die Gefahr, die von der Spielsucht ausgehe, unterschätzt. In Deutschland gibt es nach Einschätzung etwa 2,5 Millionen Alkoholiker und jeweils 100000 Drogen- und Glücksspielabhängige. Die Sucht nach dem Glücksspiel habe sich mit dem steigenden Angebot von Spielhallen und Casinos ausgeweitet. Zu Beginn dieses Jahrzehnts sei die Zahl der Abhängigen noch auf 80000 geschätzt worden. Während es 1974 erst dreizehn Spielbanken in Deutschland gegeben habe, seien es heute 42. Zwanzig weitere seien in Planung. Allein in Hamburg soll es zehnmal so viele Spielautomaten geben wie in ganz Bayern. Die Glücksspielsucht sei als eigenständige Krankheit anzuerkennen. Die stationäre Therapie koste je Einzelfall mindestens 25000 DM. Jährlich ließen sich bis zu 1500 Süchtige stationär und bis zu 6000 ambulant behandeln. Die Erfolgsquote liege mit 40% zwar nicht so hoch wie bei Alkoholikern, aber höher als bei Rauschgiftsüchtigen (25%). Der Spieler werde unfähig zur Abstinenz, das Spiel werde zum zentralen Inhalt seines lebens, er rutsche womöglich in die Beschaffungskriminalität ab. Ein abhängiger Automatenspieler verbringe im Durchschnitt an fünf Tagen in der Woche vier bis fünf Stunden am Automaten. Der mittlere Tageseinsatz betrage 350 DM. Der Spieler werfe mehr als 5000 DM im Monat in Automaten ein. Die Fachleute berichteten von einem leitenden Bankmitarbeiter, der als Systemspieler zwanzig Millionen DM beim Lotto verloren habe. Aus ihrer Beratungspraxis berichteten die Therapeuten aber von einem Mann, der seinen Arbeitsplatz aufgegeben habe, um 50000 DM Abfindung zu erhalten. Das Geld habe er innerhalb von zwei Wochen beim Lottospielen gesetzt und verloren. Schulden in Höhe mehrerer hunderttausend DM wegen der Spielsucht seien keine Seltenheit. Auch begingen Spieler Diebstahl in der eigenen Familie. Eltern sollten achtgeben, wenn ihre Kinder sagten, sie gingen zum Billardspiel. Das Suchtpotential steige mit der Geschwindigkeit der Spielfolge. Gefährdet seien Besuchen von Spielhallen, Casinos oder Pferdewettstationen. Meist gerieten Männer im Alter zwischen zwanzig und dreißig Jahren in den Teufelskreis der Spielsucht. In Spielhallen mit niedrigen Eintrittsbarrieren und auf den ersten Blick niedrigen Spieleinsätzen sammeln sich nach Angaben der Fachleute eher Angehorige der Unterschicht oder der unteren Mittelschicht. Ein Therapeut aus Süddeutschland schilderte den aus seiner Sicht typischen Fall eines jungen Mannes, der regelmäßig ein Drittel seines Nettoeinkommens von 1500 bis 2000 DM verspiele. Irgendwann beginne für ihn der Zwang zu spielen, weil er nur durch das Spiel den Geldverlust, den er erfahre, meine ausgleichen zu konnen. Das Einstiegsmotiv in die Spielsucht sei meist die Aussicht auf Gewinn. Dem Spieler werde vorgegaukelt, er könne mit den Tasten am Gerät den Spielablauf entscheidend beeinflussen, in Wahrheit stehe der Ausgang des Spiels aber fest. Das Spiel selbst wecke Gefühle, es stimuliere, führe zu Euphorie, erlaube die Flucht aus dem Alltag und versetze den Spieler in einen Trancezustand, in dem er die Zeit nicht mehr wahrnehme. Schließlich werde der Spieler psychisch abhängig. (FAZ Nr.267/97) (vgl. Al-Baqara 2:219 ; An-Nisāʾ 4:43 ; Al-Māʾida 5:4 und die Anmerkungen dazu; ferner den Titel: "Handbuch der Zakāh und der islamischen Wirtschaftslehre", Islamische Bibliothek).
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